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Kirchengeschichte

Die Kirche in Kleinfischlingen wird schon 1253 erwähnt. 1467 entsteht ein Neubau.
Im Chorturm sind heute noch die wieder freigelegten Wandmalereien vorhanden. Im Wappenstein erkennt man eine schräg gestellte rote Kanne, das Wappenzeichen des Domdekans Johann von Stettenberg. 1467 einverleibte der Speyerer Bischof die hohen Kircheneinkünfte Kleinfischlingens dem Domkapitel, sodass von Stettenberg auch die Baulast zu tragen hatte. Die Wandmalereien in diesem ehemaligen Altarraum finden pfalzweit Beachtung.

Dazu Auszug aus einem Referat des Kunsthistorikers Clemens Jöckle, Speyer:

„Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche (einer Kirche in Fischlingen) erfolgte am 19.01.1297, als ein Pleban das Patronatsrecht vom Benediktinerkloster Odenheim (Landkreis Karlsruhe) bekam. Dieses Benediktinerkloster besaß auch ein Hofgut der Kirche, das bis 1249 unangefochten bestand. Über einen Zwischenbesitzer fiel das Hofgut an das Domkapitel von Speyer. Mit diesem Hofgut war auch das Zehntrecht des Pfarrers verbunden, was sich in Kleinfischlingen lange ausgewirkt hat: Kleinfischlingen war deshalb immer eine sehr wohlhabende Pfarrei. Das Zehntrecht betraf den Weinzehnt, den Krautzehnt und den Getreidezehnt. Nachdem die Kirche der Domdekanei Speyer einverleibt worden war, baute wohl der Domdekan Johann von Stettenberg im Jahre 1467 die neue Kirche anstelle eines alten Baus. Im Wappenstein sieht man das Wappenzeichen der Familie von Stettenberg, eine schräg gestellte rote Kanne. In Kleinfischlingen finden wir einen Chorturm, weil das Untergeschoß des Turms als Altarraum diente. Dieser wurde 1467 ausgemalt. In den vier Gewölbefeldern sieht man die vier Evangelistensymbole. Auf der Ostwand, vor der der Altar stand, ist ein großes jüngstes Gericht aufgemalt. Im Fenstergewände sind Christopherus und der Heilige Sebastian abgebildet. Im Fenstergewände der Südwand gibt es Darstellungen der Heiligen Katharina und der Heiligen Dorothea.

 

Auf dem Außengewände sitzt die Heilige Margaretha mit dem Lindwurm. (Die Kirche wird nach der Kirchenpatronin Margarethen-Kapelle tituliert). Damit erschließt sich dieser Chorraum mit seinen (hier nicht vollständig aufgezählten) Darstellungen als eine thematische Mischung dessen, was die Menschen damals bewegt hat: die Inkarnation, die Erlösung, das Gericht, die Not, die Pein, die Hoffnung, der Schutz der Heiligen, all dies ist in diesem kleinen Raum präsent und gibt Einblick in das, was Menschen damals gefühlt haben, wovor sie Angst hatten und worauf sie ihre Hoffnung letztlich gegründet haben. Vielleicht 30 - 40 Jahre nach der Ausmalung wurde alles wieder übermalt. Hier war keine Freskotechnik angewandt worden, sondern es wurde auf den trockenen Kalk gemalt. Nach der Entdeckung der Wandmalereien wurden sie von 1968 bis 1973 restauriert, dankenswerterweise ohne Ergänzung, ohne Nachzeichnung, sodass der Freilegungsbefund erhalten ist. 1774 hat man das mittelalterliche Langhaus abgerissen und einen neuen Saalraum an den Chorturm angebaut. So hat das Barock einen typischen reformierten Kirchenraum geschaffen mit einer reformatorischen Grundausstattung. Altar und Orgel sind übereinandergestellt. Das Gärtchen oder Speisgitter um den Altar ist noch erhalten.

 

Typisch für die Region ist die Anbringung eines Pelikans auf der Kanzel.

 

1748 wurde auch ein neues Pfarrhaus errichtet, das in seiner Gesamtanlage als eines der schönsten der Pfalz bezeichnet werden kann. Die ungewöhnlich hohen Einnahmen des Pfarrers aus einem großen landwirtschaftlichen Betrieb zogen Pfarrer von weither an. Gleichzeitig war der Pfarrer auch Schulaufseher im Bereich Germersheim.

„In der Reformation ging die katholische Pfarrei Kleinfischlingen nach 1530 unter, weil sie der protestantisch gewordene Kurfürst zu bestellen hatte“.

1743 wurde Kleinfischlingen wieder dem katholisch gewordenen Kurfürsten als Landes- und Ortsherr unterstellt, der dann 1744 das Rathaus zum katholischen Gotteshaus umgestaltete und dort Taufen und Eheschließungen der Kleinfischlinger Katholiken vom Großfischlinger Pfarrer vornehmen ließ.

Auf einem angekauften Grundstück wurde dann 1762 die katolische Kirche der Heiligen Apostel Simon und Judas gebaut.

Schon 1744 mussten katholische Schüler von einem katholischen Lehrer unterrichtet werden. Ab sofort durften auch nur noch katholische Schultheißen im Amt sein.