Aus unserer Ortsgeschichte

Von einer jahrtausend alten Besiedlung des äußerst fruchtbaren Geländes
in unserer Gemarkung erzählen viele Funde.

Einige Meter jenseits der nördlichen Gemarkungsgrenze wurde 1974 ein Siedlungsplatz (Rössner Kultur) aus der Jungsteinzeit entdeckt.

In der Gewanne Kirchberg fand man im Jahr 1977 eine Siedlungsgrube aus der jüngeren Urnenfelderzeit.
Eine römische Villa Rustica, die von der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis in das 5. Jahrhundert n. Chr. bewohnt war, wurde ebenfalls unmittelbar an diese Gemarkung angrenzend nachgewiesen.
Die Entstehung von Kleinfischlingen ist in der Zeit der fränkischen Landnahme festzustellen, also im 5. / 6. Jahrhundert.
Ein Franke mit Namen Fiskilo erhielt damals Land zur Besiedlung zugeteilt.
Er errichtete einen Hof. Diese Hofstelle ist im nördlichen Ortsrand, ebenfalls Kirchberg, zu suchen. An dieser Stelle fand man auch den dazugehörigen fränkischen Friedhof.

Eine Güterschenkung aus dem Jahr 772 an das Kloster Lorch belegt anhand erster Schriftstücke den Nachweis des Ortes Fischlingen.
Teil dieser Schenkung waren auch Weinberge.

Mit der Zeit entwickelten sich zwei Ortskerne.
Eine Unterscheidung der Orte Groß- und Kleinfischlingen ist ab dem Jahr 1282 belegt. In einer wechselvollen Geschichte sind im weiteren Verlauf eine Vielzahl von Besitzstandsänderungen zu verzeichnen.
Eine Urkunde aus dem Jahr 1303 belegt, dass das Dorf ursprünglich zum Reichsgut gehörte. Fast 400 Jahre lang war Kleinfischlingen dann im Besitz der Herren von Weingarten, die mittlerweile von den Kurfürsten der Pfalz das Dorf als Lehen erhielten.

Im Jahr 1686 wurde Kleinfischlingen an die Grafen von Degenfeld-Schomburg in Altdorf verpfändet.
Die Wappen der beiden Adelsgeschlechter befinden sich noch heute am alten Schulhaus.

1743 löste die Kurpfalz das Pfand ein und übernahm selbst die Ortsherrschaft. Sie währte bis 1795.

Bis zur Französischen Revolution gehörte ein Großteil der Dorfgemarkung geistlichen Herren.
Als Eigentümer von Besitzungen erwähnt sind u. a. das Kloster Lorch, Kloster Weißenburg, Hochstift Speyer, Kloster Eußerthal, Kloster St. Lambrecht, Kloster Hördt und Domkapitel Speyer.

Von 1797 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Department Mont Tonnerre.
Ab 1818 unterstand es dem Kanton Edenkoben im Landkommissariat Landau, später Bezirksamt unter der Verwaltung des Königreichs Bayern.

In den schweren Schicksalsjahren der beiden Weltkriege war Kleinfischlingen weniger durch Gebäude- oder Sachschäden betroffen.
Als besonders schmerzlich ist jedoch die Zahl der gefallenen und vermissten jungen Männer unseres Dorfes zu verzeichnen.
Von ca. 300 Einwohnern fanden im ersten Weltkrieg 19 Männer und im zweiten Weltkrieg 28 Männer den Tod.

 

Kleinfischlingen gehört seit 1949 zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Unsere Kreisverwaltung Südliche Weinstraße hat ihren Sitz in Landau. Seit 1972 gehört Kleinfischlingen zur Verbandsgemeinde Edenkoben.

Heute hat Kleinfischlingen 332 Einwohner und eine Gemarkungsfläche von ca. 252 ha. 66 ha der Fläche werden im Weinbau genutzt.
Es gibt in unserem Ort 16 landwirtschaftliche Unternehmen.
Kleinfischlingen entwickelt sich zusehends zu einer ländlichen Wohngemeinde.

Sehenswert sind in unserem Ort die beiden Kirchen.

 

 

Die heute protestantische Kirche (Bild rechts) wurde erstmals 1249 erwähnt. Sie war ehemals St. Margaretha geweiht.
Im ehemaligen Chorturm der Kirche wurden zwischen 1958 und 1973 wunderbare Fresken aus der Zeit um 1500 freigelegt.

Die katholische Kirche (Bild links) wurde im Jahre 1762 errichtet. Sie ist St. Simon und Judas geweiht.